Dezember 1996 – Vaihinger Weihnachtsmarkt und Weihnachtskonzert
Auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt galt es mit dem Verkauf von Selbstgebackenem, -gebrautem und -gebasteltem die Chorfinanzen aufzubessern. Ob sich allerdings unser weihnachtlicher Gesang als kostenlose Dreingabe verkaufsfördernd auswirkte, ließ sich nicht ermitteln. Zahlreiche vorweihnachtliche Auftritte im Hof des Alten Schlosses verkürzten die Zeit bis zum mit Spannung erwarteten Weihnachtskonzert. Vier JuCo-Mitglieder krönten unseren Gesang mit Soli und einem Duett. Ein nahezu reibungsloser Ablauf und ein gutgelauntes Publikum sorgten für einen gelungenen Abend, der uns in die wohlverdiente Winterpause entließ.
(Gesine Kudermann)
Herbst 1996 – Besuch des Brünner Studentenchors Vox Juvenalis
Der Herbst schickte uns den Brünner Studentenchor Vox Juvenalis ins Haus, welcher mit Gitarren und schier endlosem Repertoire die Abende in Singorgien verwandelte und schließlich mit anspruchsvollstem Gesang im Konzert sein Können unter Beweis stellte. Die alljährliche Chorfreizeit in Hohenstaufen teilte die Sängergemeinde traditionell in zwei Lager: die Marathonsänger, die selbst die Pausen noch mit Gitarrenklängen und Gesang zu füllen wussten, und die Tischtennisfraktion, welche kaum dass der letzte Ton verklungen war, schon die Schläger in den Händen hielten.
(Gesine Kudermann)
Sommer 1996 – Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee
Die Aussicht, in der Wallfahrtskirche zu Birnau eine Messe zu singen, lockte uns in den sonst chorlosen Sommerferien an den Bodensee. Getreu dem Motto „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit“ ließen wir uns am Samstag erst einmal so richtig verwöhnen, um dann am Sonntag in aller Frühe die Stimmbänder um so mühevoller zum Aufwachen zu bewegen.
(Gesine Kudermann)
Pfingsten 1996 – Reise nach Fabriano, Italien
Nach den Ereignissen des letzten Jahres mochte manches Chormitglied sich vielleicht auf ein ruhigeres Jahr eingestellt haben – weit gefehlt! Bereits an Pfingsten nach vielen hochmotivierten Chorproben erwartete uns Fabriano in den italienischen Marken. In der Chiesa del Sacro Cuore galt es, die Kirche mit vielerlei Klängen zu füllen. Dichterischen Einsatz erforderte ein italienisches Madrigal, dessen Text sich erst in der Generalprobe als nicht unbedingt kirchentauglich erwies. Der wider Erwarten doch anwesende Bischof quittierte diese ungewohnte Version mit einem breiten Lächeln. Gesang und Tanz waren der Worte genug bei dem ausgelassenen Fest mit unseren italienischen Gastgebern – mangelnde Sprachkenntnisse fielen nicht weiter ins Gewicht.
(Gesine Kudermann)

25. Juli – 19. August 1995 – Weltreise: Singapur, Australien, Hawaii, USA
1995 war es endlich soweit. Carlo Prümers großer Traum ging in Erfüllung – eine Weltreise mit dem Juco – und wir waren natürlich mit Freuden dabei, meine Oldies und ich.
Am 25.07.95 war es dann endlich soweit, ich ging zusammen mit 24 anderen Weltentdeckern auf meine erste Chorreise. Mit flauem Gefühl im Magen zunächst nach Singapur, wo uns ein feucht-schwüles Klima und eine blitzsaubere Stadt erwarteten. Durch Stadtrundfahrt und viel Eigeninitiative lernten wir die asiatische Kultur ein wenig kennen: Garküchen in der Bugis Street, Cocktails im Stamford-Tower, den botanischen Garten und einen Tempel. Am nächsten Abend ging es leider schon weiter nach Adelaide, wobei der Steward leidenschaftlich mit uns „Waltzing Mathilda“ grölte. Unsere Tage in Adelaide waren geprägt vom Lied- und Kulturgut des deutschen Clubs Adelaide, wo wir viel sangen. Einige Unermüdliche begaben sich abends noch ins Casino (sogar unter 21 zugänglich) und verspielten einige AUS$. Außerdem standen der Besuch der Küste, eines Tierparks mit Unmengen von Känguruhs und eine Geburtstagsfeier auf dem Programm.


Am 30.07.97 genossen wir bereits Sydney: die Oper, Sydney Tower, den chinesischen Garten, das Meer und Manly. Sydney zeigte sich stets von seiner besten Seite. Hier stellte dann auch Frau Frölich fest, was es heißt, mit dem Juco unterwegs zu sein; sie hatte das Zimmer neben Zimmer 135, wo es meist sehr spät wurde!
Die dritte Station auf unserer Reise war Hawaii. Eine Woche ausruhen und relaxen in Waikiki Beach mit Aloha und Hang Loose. Der Versuch, mit dem Spektakel namens LUAU ein wenig hawaiianische Kultur abzubekommen, scheiterte kläglich an der touristischen Überarbeitung. Jeden Abend gab es ein Treffen um alle Schäfchen mal wieder zu sehen und zu zählen. Ansonsten verbrachten wir unsere Tage auf Oahu mit Sonnenbaden (und Sonnenbrand), Ausflügen mit Auto oder Vespa (z.B. zu Richard Chamberlains Haus), einer Inselrundfahrt mit der charmanten Erika, und manche von uns besuchten die Nachbarinsel Big Island und schauten sich da den Vulkanpark und die schwarzen Strände an. Auf jeden Fall hatten wir alle eine Menge Spaß, der durch eine Chorprobe am Whirlpool noch verstärkt wurde.
Mit Verspätung kamen wir in San Francisco an, wo uns die Golden Gate natürlich magisch anzog. Stadtrundfahrt oder auf eigene Faust mit Stadtplan, Foto und Fahrkarte. Obligatorisch war natürlich eine Fahrt mit dem Cable Car, ein Besuch in Fisherman´s Wharft, in der Lombard Street und auf dem Telegraph Hill. Zudem „blamierte“ sich so manches Chormitglied beim Hummeressen.
Bei der nächsten Station, New Ulm, trafen wir äußerst bekannte Gesichter wieder: Dani und Jürgen stießen für kurze Zeit zu uns. Mit einem original Schulbus wurden wir von Bob Wirtz von Auftritt zu Auftritt gekarrt und gaben natürlich bei jedem Gottesdienst unser Bestes. Die Nachmittage verbrachte man in New Ulm am besten im Wasser, da fielen wenigstens keine Mücken über einen her. Wir ließen uns daher äußerst gern von Bob Wirtz zur Pool-Party einladen. Am nächsten Tag besichtigten wir Herman the German, das Glockenspiel, die Brauerei Shell’s und ein Indianer-Museum.
Chicago wurde zum unfreiwilligen Zwischenstopp, wo wir den ganzen Tag auf dem Flugplatz verbrachten, nur um festzustellen, daß wir am selben Tag doch nicht mehr nach St. Louis kommen würden. Auf der etwas chaotischen Fahrt zum Day´s Inn-Hotel verloren wir dank der Intelligenz der Taxifahrer und der Tatsache, daß Chicago fast nur aus Day´s Inn besteht, kurzzeitig die Hälfte der Chormitglieder.


Am nächsten Tag wurden wir in St. Louis bereits von unseren Gastgebern erwartet. Besichtigt wurden dann der Arch und der botanische Garten, wir wurden zu einem Empfang ins Rathaus geladen und sangen in einer Kneipe. Manche machten auch noch eine Fahrt mit dem Shuffle Boat auf dem legendären Mississipi. Gegen Abend wurden wir dann von unserer Gastgebern zum Flughafen gebracht wo wir uns mit einem traurigen „Muß i denn“ verabschiedeten.
Zur Pressekonferenz in Stuttgart im Parkhotel waren leider nicht viele von der schreibenden Zunft erschienen, aber wir hatten Gelegenheit ausgiebig Abschied zu feiern und bereits Pläne für die nächste Chorreise zu schmieden. Denn es macht einfach Spaß mit dem Juco auf Tour zu sein!!



(by Silke Geiß „Kobold“)
Dezember 1994 – Erster Stand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt
Der erste Stand auf dem Vaihinger Weihnachtsmarkt war ein voller Erfolg. Erstmals zeigte sich die Verkaufstüchtigkeit von Manuela und Gerhard – innerhalb weniger Stunden war der Vorrat an Gutsle verkauft. Man merke sich für die folgenden Jahre: mehr Backen zur Weihnachtszeit! Den krönenden Abschluss bildete das Weihnachtskonzert.
Erwähnenswert: Das Singen auf der Hochzeit von Susanne Fischer und Gerhard Hennig, der zwar immer fleißig mit ins Dinkelacker kam, aber zunächst nicht zu einer Mitgliedschaft zu bewegen war.
(Michaela Schollmeyer)
Sommer 1994 – Besuch der Menagerie-Singers aus New Ulm/Minnesota
Leider ging der Besuch unseres Partnerchores etwas an den gewöhnlichen Chormitgliedern vorbei. Ursprünglich sollten die Mitglieder bei Stuttgarter Sängern privat untergebracht werden, doch letztlich fanden sich nicht genug Quartiere – die Jugendherberge Esslingen musste einspringen. Zum Auftritt im Bezirksrathaus Bad Cannstatt und zum gemeinsamen Abschiedsabend im VfB-Clubheim fanden sich jedoch wieder viele ein. Nach dem Essen gab es Gelegenheit zum gemeinsamen Singen.
(Michaela Schollmeyer)

Mai 1994 – Chorreise nach Brünn
Besonders beeindruckend: der Einsatz für den Chor, den auch neue Mitglieder zeigten. Ein ganzer Schwung Neuer war bereits beim Chorwochenende im Waldheim Ost dabei und fuhr im Mai mit nach Brünn. Wir wurden sehr herzlich empfangen, das Rahmenprogramm war abwechslungsreich. Immer blieb Zeit, sich mit dem Brünner Chor zusammenzusetzen – beim gemeinsamen Spaziergang durch Brünn, bei Fahrten in die Umgebung oder beim gemeinsamen Musizieren und Feiern.
(Michaela Schollmeyer)
Dezember 1993 – Neues Orchester beim Weihnachtskonzert
Die zweite große Neuerung: Die Mitwirkung eines neuen Orchesters beim traditionellen Weihnachtskonzert in der Johanneskirche. Die Sinfonietta Tübingen überzeugte sowohl als zuverlässiger Begleiter des Chores als auch durch ihre Interpretation des Konzertes für Violine und Orchester E-Dur von J.S. Bach.
Zwischen diesen beiden Eckpunkten: Sommerkonzert in der Stadthalle Korntal, drei Gottesdienste, Singen beim Besuch der ehemaligen jüdischen Mitbürger und Auftritt auf der IGA.
(Silke Wiedenmann)

10. November 1993 – Tod von Adolf Haiss
Am 10.11.1993 verstarb der Gründer des Stuttgarter Jugendchores, Ehrengaupräsident Adolf Haiss.
März 1993 – Margret Frölich tritt zurück, Jasmin Lehner wird Nachfolgerin
Das Jahr 1993 brachte zwei epochale Veränderungen: Im März trat Margret Frölich nach 12-jähriger Tätigkeit vom Amt der 2. Vorsitzenden zurück. Als Chormama, freundlicher Wegweiser zu Umkleideräumen und vor allem durch ihre Arbeit auf der Verbandsebene des Sängergaus hatte sie dem Chor große Dienste erwiesen. Jasmin Lehner wurde zu ihrer Nachfolgerin gewählt – die ehemals intensive Zusammenarbeit wurde zur bleibenden freundschaftlichen Verbundenheit.
(Silke Wiedenmann)
17.-19. Juli 1992 – Besuch des holländischen Jongerenkoor aus Heerlen
52 Gäste aus Heerlen kamen zu Besuch. Am 17. Juli abends: Ankunft und Verteilung auf Gastfamilien. Am 18. Juli: Stadtrundfahrt, gemeinsames Mittagessen im Straßenbahnwaldheim, Fahrt nach Waldenbuch zur Hochzeit von Petra Nickel und Thomas Harrer mit Auftritt des JuCo in der Kirche. Am 19. Juli: Gottesdienstgestaltung in der Katholischen Kirche Sommerrain.
25./26. Juni 1992 – Singen für ehemalige jüdische Mitbürger und Benefizkonzert
Wie jedes Jahr sangen wir für die ehemaligen jüdischen Mitbürger der Stadt Stuttgart im Hotel Graf Zeppelin (bei uns „Zepp“ genannt). Das Singen wurde sehr zeitig angesetzt, dann warteten wir Stunden auf unseren Auftritt – zum Glück gab es immer sehr leckere Schnittchen.
Am 26. Juni: Benefizkonzert zugunsten der Amsel im Schillersaal der Liederhalle mit reichhaltigem Buffet im Anschluss.

20. Juni 1992 – Kassettenaufnahme in Botnang
Ganztägige Kassettenaufnahme in der Liederkranzhalle in Botnang. Da es mucksmäuschenstill sein musste, ging es in den Pausen um so lustiger zu.
Weitere Auftritte 1992
22. März: Gottesdienst in Weil der Stadt
Mai: Chorfreizeit in der Juhe Hohenstaufen (Vorbereitung Sommer-Gala-Konzert)
Oktober: Singen im Altenheim Haus Martinus
23.-25. Oktober: Chorfreizeit in der Juhe Erpfingen
November: Gast bei einer Espresso-Live-Sendung im Süddeutschen Rundfunk
Weihnachtszeit: Singen beim Lions Club im Parkhotel, auf dem Weihnachtsmarkt im Hof des Alten Schlosses (gemeinsam mit Posaunenchor der Johannes-Gemeinde), bei Frau Frölichs 70. Geburtstag, Weihnachtsliedersingen im Dinkelacker und Weihnachtskonzert in der Johanneskirche am Feuersee mit anschließender Weihnachtsfeier.
(Kirsten Schäfer)
26. Oktober – 1. November 1991 – Chorreise nach Budapest
„Gibt es ein Leben vor dem Juco?“ – 1991 war das Eintrittsjahr von Damaris Kliemt, die wild entschlossen war, sich nicht groß anzufreunden oder festnageln zu lassen. Der Chor wickelte sie behutsam mit seinem Charme um den Finger. Der erste einschlagende Erfolg: die Woche in Budapest.
Tagebuch-Auszüge:
Sa, 26.10.: Wer bei der Abfahrt gestern nicht da war: der Reisebus! Konnten das Unternehmen kurzfristig überzeugen, uns doch heute zu befördern. Stundenlangen Stau vor der Grenze überbrückten wir durch Neben-dem-Bus-herlaufen. Jürgen S. konnte kurz vor dem Grenzübergang den Aufsprung aufs heimatliche Gefährt nur noch durch läuferische Höchstleistung schaffen. Die Fahrer-Ablösung musste bereits an der österreichischen Grenze umdrehen (keine gültigen Papiere!). Der Andere, nicht mehr ganz frisch, lieferte uns nach 16 Stunden im Hotel Aero ab.
So, 27.10.: Nach dem Probentag besichtigten wir die türkische Zitadelle. Von oben: Große Brücken über ruhiger Donau, ewig lange Straßen, darüber der Mond.
Fr, 01.11. rückblickend: Erste Bekanntschaft mit Altsängerin Silke W. in einem Fischrestaurant auf der Budaer Seite. Mittwoch in Kecskemed: schöne Jugendstil-Häuser. Puszta besichtigt inkl. Pferdekunststücken, Gulasch und einer durch K-P musikalisch begleiteten Kutschfahrt („Welsches Teufli“ und andere Choriositäten). Thermalbad Szegeny fürdö, Cafe Merlin, Museum für Bildende Künste. 22 Uhr: Heimfahrt.
Das waren die Kindertage einer oft geprüften, aber dicken Affenliebe: Juco. Die Formel: einen Eßlöffel Gesang mit einem Eßlöffel Freizeitspaß – Extrakt bei mittlerer Hitze untrennbar verschmelzen, mit einer Prise Drama würzen, mit ein paar Freundschaften abschmecken und mit viel Liebe servieren. Der Trick wirkt immer noch. Damals dachte ich insgeheim: Da gibt es doch tatsächlich Leute, die sind schon über 5, ja 10 Jahre im selben Verein – sehr verdächtig. Nun, mittlerweile ich mit meinen 7 Jahren Juco auch zum Kreis der Verdächtigen – und ich schäme mich nicht mal.
Damaris Kliemt

1990 – Bernd Noll wird neuer Chorleiter
1990, das Jahr in dem ich Euch als Chorleiter übernommen habe. Das war für mich eine schwere Entscheidung, hatte ich doch selbst bereits 8 Jahre in diesem Chor gesungen, und zwar sehr gerne gesungen. Singen ist für mich nicht nur Vergnügen, es ist auch Labsal, oder wenn man so will, Therapie für die Seele. Wie oft war ich doch als Jucosänger verärgert, gestreßt oder muffelig zur Probe gefahren, um dann nach der Probe wieder ruhig, ausgeglichen und gutgelaunt zu sein. Nun sollte ich dieses für mich kostbare Singen aufgeben, um Euch zu sagen, was und wie Ihr singen sollt, um Euch eventuell auf die Zehen zu treten, wenn irgend etwas nicht so klingen sollte, wie ich mir das vorstelle.
Wie gesagt: Keine leichte Entscheidung. Daß ich mich letztendlich doch für Euch entschieden habe, lag begründet in der Tatsache, daß ich mir zweierlei zutraute: Herbert Bährs Intention fortzuführen, den Chor im Repertoire so vielseitig wie möglich zu halten und durch Gesang und Reisen, durch Kontakt mit anderen Jugendlichen überall auf der Welt zur Völkerverständigung beizutragen, aber gleichzeitig auch dem Chor deutlich meinen musikalischen Stempel aufzudrücken.
Wenn ich heute darauf zurtickblicke, so kann ich feststellen, daß diese Rechnung hundertprozentig aufgegangen ist. Der Chor singt so, wie ich mir das vorstelle, er repräsentiert mit die Stadt Stuttgart bei Reisen in aller Herren Länder und, was das Wichtigste für mich ist, ich kann mich voll und ganz auf Euch verlassen, musikalisch und in ganz besonderer Weise auch menschlich.
Ich bin sehr stolz auf Euch, macht weiter so!
Euer Chorleiter Bernd Noll

August 1989 – Chorreise nach Australien
Der absolute Knüller des Jahres! Zuerst einige Tage nach Adelaide, dann weiter nach Tanunda im Weinanbaugebiet Barossa Valley. Wie in Adelaide hatte der Chor hier ein kleines Konzert – mit dem kleinen Unterschied: Es war kalt, und der Saal wurde nur durch „four Heater“ geheizt. Es war schnuckelig kalt!
Danach ins milde Klima von Sydney – vier Tage in einer Traumstadt (trotz des Deutschen Vereins und seines Jahrgangsbieres!). Nach Sydney folgte Cairns mit dem Great Barrier Reef, Green Island und viel Sonne, Strand und Palmen. Letzte Station: Brisbane und die Gold Coast. Dann mit eintägigem Aufenthalt in Singapur wieder heim mit vielen, vielen neuen Eindrücken!
Unvergesslich: Einzelne persönliche Histörchen, das Gefühl von Eukalyptus im Arm (in Form eines Koalas!) und der Geruch von Eukalyptus beim Reisen. Nicht zu vergessen: Herbert Bähr, dessen letzte große Chorreise Australien war.
(Gudrun Bährle)

Weitere Auftritte 1989
Mitwirkung beim Chorfest des Schwäbischen Sängerbundes in Ulm
Singen bei den ehemaligen jüdischen Mitbürgern Stuttgarts
Auftritt bei den Stuttgarter Hofkonzerten (Thema: Französische Revolution vor 200 Jahren)
Bewirtung am Bärenschlößle bei kaltem regnerischem Wetter
Auftritt beim Verkehrsverein im Kleinen Kursaal Bad Cannstatt
Alljährliches Singen im Hof des Alten Schlosses (Stuttgarter Weihnachtsmarkt)
Weihnachtskonzert in der Johanneskirche mit anschließender Weihnachtsfeier
17. Juni 1988 – Besuch der Menagerie aus New Ulm
Das Highlight des Jahres 1988! 52 Personen aus New Ulm kamen – im Vorfeld wurden händeringend Gastfamilien gesucht. Sabine und Sandra beherbergten etwa 10%, da Bines Eltern im Urlaub waren: „Uf oin meh odr weniger kommts no au net o!“ Als der Chor am Abend im Busbahnhof einrollte, bangten sie, ob sie bei der „Versteigerung der Amis“ einen guten Fang machen würden (gewünscht: männlich, groß, blond, sportlich; verpönt: ausgewachsenes Begleitpersonal). Sie bekamen 3 (!) Mädels und zwei kleine blonde Jungs.
Erste Herausforderung: Nicht der Transport der Gäste, sondern das Verstauen des üppigen Gepäcks – jede Menge Samsonite Koffer im Überseeformat einschließlich obligatorischer Beautycases. Diese Unwägbarkeiten wurden kreativ durch Stapeln der Sänger und des Gepäcks im Käfer Cabrio virtuos gelöst (nach oben hatte man ja genug Platz!).
Aufgrund des knapp bemessenen Schlafraumes mussten sich die Gäste schnell an nomadenzeltähnliche Zustände gewöhnen. Zur Wiedergutmachung: zentnerweise Kässpätzle!
Programm: Stuttgarts Sehenswürdigkeiten in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit – Daimler-Museum, Wilhelma, Stadtrundfahrt. Der musikalische Auftritt beider Chöre in der Konzertmuschel am Kursaal war ein voller Erfolg. Der Besuch war kurz, aber sehr nett. Wären die jungen Sänger länger geblieben, wäre die Improvisationsfähigkeit sicherlich an ihre Grenzen gestoßen!
(Sandra Heuss und Sandra Brenner)

August 1987 – Chorreise nach Israel
In der ersten Augusthälfte 1987 bereisten wir Israel. Die erste Woche war vollgestopft mit Programm: Besichtigungen der verschiedenen historischen und kulturellen Stätten in und um Jerusalem. Die zweite Woche sah nur noch Ausfahrten vor – zu den Jordanquellen bei Baniyas auf den Golanhöhen und Richtung Nazareth und Tiberias.
12.-14. August: Drei freie Tage
Tage zur freien Verfügung, die jeder nach eigenem Gusto mit Leben oder mit den Füßen im Pool ausfüllen durfte.
Tag 1 – Haifa: Klaus-Peter Kuppinger fuhr zusammen mit Françoise T. zum knapp 30 km entfernten Haifa. In Haifa konnte er die Bierdose für seine Sammlung wiederfinden, die Jutta W. in Jerusalem versehentlich in einem Abfalleimer entsorgt hatte. Damals wunderte er sich, dass er sich im Laden nur französisch verständigen konnte – heute weiß er, dass Haifa ein französisches Viertel mit französischer Geschichte hat.
Tag 2 – Akko: Der zweite eigene Tag führte zur alten Kreuzfahrerstadt Akko. Dort trafen sich immer wieder Mitglieder der Reisegruppe – am Hafen, am Bazar mit den frischesten Fischen, den meisten Gewürzsäcken oder dem größten Haufen alter Schuhe, in Moscheen, Zitadellen und alten Kreuzfahrerfesten.
Tag 3 – Nahariya & Shavei Zion: Radtour nach Nahariya, das nur drei Kilometer nördlich liegt (1934 gegründet). Die Route führte zunächst an Bahngleisen und großen Sonnenblumenfeldern entlang, deren Blüten dürr und starr auf die Ernte warteten. Am Freitagabend beginnt der Schabbes in Israel, weshalb sich der letzte Zug nach Tel Aviv weit vor Sonnenuntergang auf den Weg macht. Das Fahrrad zog es nach Süden zurück, den Weg direkt an der meist eingezäunten Küste des Mittelmeers entlang. Mit Schwung und angezogenen Beinen noch durch die Furt eines Baches erreichte Klaus-Peter Shavei Zion, Stuttgarts Patengemeinde, rechtzeitig zum Abendessen vor dem Aufbruch zum Heimflug am frühen Montagvormittag.
(Klaus-Peter Kuppinger)
